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Wohnen&BauenArchitekturpsychologie: Häuser prägen Menschen

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Oliver
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Architekturpsychologie: Häuser prägen Menschen

Beitragvon Oliver » Do Sep 06, 2012 1:53 pm

Architekturpsychologie: Häuser prägen Menschen

Gut gestaltete Gebäude kommen den Bedürfnissen ihrer Nutzer entgegen. Sie fördern das
Wohlbefinden, die Arbeitsleistung und sogar die Genesung
Wenn Sie aus dem Fenster sehen, welcher Ausblick wäre Ihnen lieber?

Der auf einen Park mit Bäumen
oder der auf eine kahle Mauer? Eine überwältigende Mehrheit würde wohl den Blick ins Grüne bevorzugen.
Es ist eine spontane Wahl, ein Bauchgefühl, über dessen Hintergründe niemand lange nachdenkt.
Doch der US-amerikanische Architekturprofessor Roger Ulrich wollte es genauer wissen. Er fragte sich:
Kann es sein, dass etwas scheinbar Nebensächliches wie die Aussicht vielleicht sogar die Gesundheit beeinflusst?
Ulrich wertete Akten von Patienten aus, die sich im Krankenhaus von einer Operation erholten.

Dabei stellte er fest, dass diejenigen mit einer schönen Landschaft vor dem Fenster weniger Schmerzmittel
benötigten und früher nach Hause konnten als Kranke, die den ganzen Tag tristes Grau vor Augen
hatten.

Suche nach Schwachstellen
Mehr als 20 Jahre liegt diese Studie zurück. Sie machte Ulrich zu einem Vorreiter der Architekturpsychologie
– jener Wissenschaft, die das Verhalten von Menschen in ihrer umbauten Umwelt untersucht. Vor
allem in den USA überdenken inzwischen nicht nur Klinikplaner die Wirkung ihrer Gebäude.

Auch die Konzepte für Schulen, Bürokomplexe und ganze Stadtviertel durchforsten Experten nach
Schwachstellen, die das Wohlbefinden der Menschen beeinträchtigen, die dort leben oder arbeiten. In
Deutschland setzt sich das Bewusstsein für die Nutzerfreundlichkeit von Bauten erst allmählich durch.
„Seit der Jahrtausendwende ist die Architekturpsychologie im Kommen“, hat Professor Peter G. Richter
festgestellt. „Inzwischen stoßen Vorlesungen zu diesem Thema auf großes Interesse bei angehenden
Architekten“, berichtet der Psychologe vom Institut für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der
Technischen Universität Dresden
Dass Nachholbedarf besteht, lässt sich am augenfälligsten am so genannten Rückbau Ost ablesen.

Seit der Wiedervereinigung hat die Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern eine massenhafte
Abwanderung ausgelöst. In einstigen Industriezentren sind ganze Viertel entvölkert und müssen abgerissen
werden. Dabei sind es vor allem triste Plattenbausiedlungen der 70erJahre, denen die Menschen den
Rücken kehren. „Oft ist es schon vorher abzusehen“, sagt Richter, „welche Gebiete als erste verlassen
werden.“

(Apotheken Umschau/GesundheitPro; 15. Mai 2007)



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