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TiereTierbesitzer: „Er will doch nur spielen ...“

alles über Tiere. Tierhaltung im allgemeinen und über Therapien mit Tieren.
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Oliver
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Tierbesitzer: „Er will doch nur spielen ...“

Beitragvon Oliver » Do Sep 06, 2012 1:31 pm

Tierbesitzer: „Er will doch nur spielen ...“

Wir wussten es schon immer, aber jetzt ist es offiziell – Herrchen und Frauchen sehen ihre
Lieblinge durch die rosarote Brille. Menschen verteidigen sogar ein Dreieck, wenn man ihnen
sagt, dass es ihnen gehört

„Der ist ganz harmlos, der will doch nur spielen“. Auch wenn sich Hund Waldi oder Pussy-Katze noch so
unmöglich benehmen, ihre Besitzer werden ihr Betragen stets verteidigen, während sie die schlechten
Manieren anderer Haustiere verurteilen. Tierbesitzer messen das Verhalten ihrer Schützlinge sogar mit
menschlichen Maßstäben: „Mein Hund will mich nur aufmuntern“.
Diesem Phänomen ging ein amerikanisches Forscherteam der Carnegie Mellon Universität in
Pittsburgh in Pennsylvania nach. Die Wissenschaftler um die Sozialpsychologin Sara Kiesler gaben 82
Studenten und Universitätsangestellten siamesische Kampffische in Obhut. Einigen Teilnehmern wurde
gesagt, die Tiere würden vorübergehend ihnen gehören, während die Mitglieder der anderen Gruppe in
dem Glauben waren, dass sie fremde Fische betreuen sollten.
Nach zwei Wochen wollten 95 Prozent der „Besitzer“ ihren Fisch behalten, bei den „Pflegern“ waren
es nur 75 Prozent. Die vermeintlichen Besitzer hatten auch eine deutlich höhere Zuneigung zu den
Fischen entwickelt. Diejenigen, die ihr Tier besonders ins Herz geschlossen hatten, versicherten obendrein,
dass es schlau sei und auch an ihnen hänge.
„Menschen, die ein Tier besitzen und sich um es kümmern, sind viel eher geneigt, ihrem Tier
menschliche Züge zu verleihen als Menschen, die ein Tier lediglich kennen. Sie haben auch das Gefühl,
dass ihr Tier Gründe für sein Verhalten hat,“ erklärt Sara Kiesler.
Das unsympathische Dreieck
In einem anderen Experiment forderte Kieslers Team 36 Studenten auf, einen Film anzusehen, in dem
zwei Dreiecke und ein Kreis sich scheinbar ein Gerangel liefern. Der Hälfte der Teilnehmer war vorher
gesagt worden, dass das kleinere Dreieck ihnen gehörte. Entsprechend stufte diese Gruppe das große
Dreieck als weniger „liebenswert“ und deutlich aggressiver ein.
Damit Tieradoptionen gelingen
Tierheime könnten von den Erkenntnissen aus solchen Untersuchungen profitieren, meint Kiesler. So
würden Patenschaftsprojekte dazu beitragen, eine stärkere Bindung zwischen verlassenen Tieren und
möglichen zukünftigen Besitzern aufzubauen.
„Ein Tier zu besitzen bedeutet, es mit einiger Mühe und manch unliebsamen Erfahrungen großzuziehen
– wie etwa dem ‚Unfall’ auf dem Teppich,“ sagt Kiesler. „Bindungserfahrungen könnten helfen, ein
Gefühl für die Persönlichkeit und die Individualität eines Tieres zu entwickeln, und das reduziert möglicherweise
die Zahl der fehlgeschlagenen Adoptionen.“


(New Scientist/GesundheitPro vom 9. März 2007)



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