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JugendlicheAbgekoppelt: Die harte Realität der NEETs in Europa

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Oliver
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Abgekoppelt: Die harte Realität der NEETs in Europa

Beitragvon Oliver » Do Dez 20, 2012 8:21 pm

Abgekoppelt: Die harte Realität der NEETs in Europa

Im Moment sehen sich 15% der Jugendlichen in der EU, das sind ca. 4 Millionen junge Menschen, einer NEET (Not in Education, Employment or Training) - Situation ausgeliefert. Die gegenwärtige sozio-ökonomische Krise lässt ihre Zahl weiter ansteigen.

Als NEETs bezeichnet man diejenige Gruppe junger Menschen, die sich selbst weder in einer Beschäftigung oder einem Bildungsgang noch in einer Ausbildung befinden.

Die Europäische Stiftung Eurofound veröffentlichte Ende Oktober 2012 diese Zahlen zusammen mit einer umfangreichen Studie zum Thema. Eurofound, die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, ist eine der ersten Einrichtungen der Europäischen Union, die gegründet wurden, um Aufgaben in Fachbereichen der EU-Politik wahrzunehmen.

In ihrer umfangreichen Analyse setzen die Forscher auf einen ganzheitlichen Ansatz bei der Betrachtung der NEET-Problematik in Europa.

NEET zu sein ist nicht nur problematisch für die jungen Menschen selbst, es bedeutet auch einen Verlust für die Gesellschaft als Ganzes. Im Jahr 2011 bezifferte sich der Ausfall für das europäische Bruttoinlandsprodukt auf 153 Mrd. Euro bzw. 1,2% des gesamten europäischen BIP.

Die Studie befasst sich vor allem mit dem Profil der betroffenen Jugendlichen und den Risikofaktoren für die Entstehung einer NEET-Problematik. Der Bericht zeigt nicht nur, dass die NEET-Situation zu volkswirtschaftlich relevanten Verlusten führt, sondern beweist auch die negativen Auswirkungen auf den Anteil an gesellschaftliche Teilhabe des Einzelnen. NEETs sehen sich einer höheren Gefahr ausgeliefert, politisch und sozial entfremdet zu werden. Darüber hinaus mündet das schwindende Vertrauen in Institutionen, das die Studie als eine Folge einer NEET-Situation konstatiert, relativ schnell in Wahlenthaltung.

Neue Impulse für ein Engagement der individuell Betroffenen entstehen eher durch die Nutzung sozialer Medien und durch freiwilliges Engagement als über die institutionalisierten Kanäle. Daher spielen auch Jugendverbände und andere Jugendstrukturen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Anliegen der NEETs eine Stimme zu verleihen und Wege zurück in die Gesellschaft aufzuzeigen.

In einer Stellungnahme betonte das Europäische Jugendforum einmal mehr die Dringlichkeit zum Handeln. Die Belange junger Menschen dürfen nicht mehr auf Eis gelegt werden. Um die enormen sozialen und wirtschaftlichen Folgen der NEET-Problematik anzugehen, setzt das Forum auf Maßnahmen wie z.B. die von der EU-Kommission im Rahmen der Umsetzung der Europa 2020-Strategie geforderte „Jugendgarantie“ (Kein Jugendlicher in der EU länger als 4 Monate ohne Arbeit).

(Quelle: Europäisches Jugendforum)
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