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GesundheitKranke Kinderfüße: Schuhe nicht „auf Zuwachs“ kaufen

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Oliver
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Kranke Kinderfüße: Schuhe nicht „auf Zuwachs“ kaufen

Beitragvon Oliver » So Sep 09, 2012 2:04 am

Kranke Kinderfüße: Schuhe nicht „auf Zuwachs“ kaufen – Jedes dritte Kindergarten-Kind hat deformierte Füße. Schuld daran sind sowohl Eltern als auch Ärzte

Die Gesundheit von Kinderfüßen wird nach Einschätzung von Fachleuten vernachlässigt: So habe mehr als ein Drittel der hessischen Kindergartenkinder deformierte Füße. Das ergab eine landesweite Studie. Die Autoren gehen davon aus, dass die Ergebnisse bundesweit übertragbar sind. Ein Viertel der untersuchten Kinder hatte untrainierte Plattfüße, bei 15 Prozent wurden pathologische Knickfüße diagnostiziert. „Die Studie belegt, dass Kinderfüßen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss“, betonte Heinrich Mager, Vorstand von einer der 19 Betriebskrankenkassen, die das Pilotprojekt „Kinderfüße auf dem Prüfstand“ bezahlt hatten. Die Schirmherrschaft hatte die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU).

Hausschuhe zu klein, Straßenschuhe zu groß

17 Prozent der Kinder mit auffälligen Füßen hatten Schweißfüße, 11 Prozent Nagelprobleme. „Beide Diagnosen hängen auch mit dem Schuhwerk zusammen“, sagte Mager. 15 Prozent waren nach Auffassung der Fachleute falsch mit Einlagen versorgt. Orthopäden, Orthopädietechniker und medizinische Fußpfleger (Podologen) hatten bei der Studie die Füße von 1160 Kindern in 17 hessischen Einrichtungen untersucht. Die Vermessung der Schuhe ergab, dass 54 Prozent der Hausschuhe zu klein waren – und zwar bis zu fünf Größen. 38 Prozent der Straßenschuhe waren dagegen zu groß. „Es herrscht die Tendenz vor, lieber auf Zuwachs zu kaufen“, stellte Mager fest. Das Tragen unpassender Schuhe – ob zu groß oder zu klein – könne jedoch zu Problemen bei den Füßen, der Entwicklung des Stütz- und Bewegungsapparates und der Körperkoordination führen.

Einlagen allein reichen oft nicht

Einlagen würden zu schnell verschrieben und dabei werde oft auf die notwendige begleitende Bewegung und die regelmäßigen Kontrollen verzichtet, kritisierten Vertreter des Sportärzteverbands Hessen, die an der Studie beteiligt waren. Vielen Orthopäden falle es schwer, kindliche Knick- und Plattfüße richtig zu diagnostizieren, sagte der Kinderorthopäde Jochen Lauen von der Frankfurter Universitätsklinik. Nur wenige Orthopäden lernten Kinderorthopädie. Die Einlagen erreichten oft nicht die Stabilisierung des Fußes. Gymnastik könne oft helfen, wenn die Eltern sie richtig lernten und regelmäßig mit ihren Kleinkindern machten.

Fußprobleme halten Kinder vom Sport ab – Folge: Übergewicht
Ingo Tusk vom Vorstand des Sportärzteverbands gab zu bedenken: „Mit einem ungesunden Fuß habe ich keine Lust, Sport zu treiben.“ Möglicherweise sei dies ein Grund für das wachsende Übergewicht bei Grundschülern. Um Vier- und Fünfjährigen Spaß am Sport zu vermitteln, „ist der klassische Sportverein genau das Richtige“. Balancieren auf Wackelmatten, Baumstämmen, Balancemöbeln wie halbrunden Scheiben oder einem Trampolin sei ebenfalls zu empfehlen, ergänzte Lauen.

(dpa/GesundheitPro.de vom 1. März 2004)



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